Alte Apfelsorten haben einen viel höheren Anteil an gesundheitsfördernden Polyphenolen als die meisten Supermarktsorten

Der ZDF-Beitrag „Der wahre Preis für den perfekten Apfel“ hat nach Auffassung der Lemgoer BUND-Gruppe im Natur und Umweltschutz Deutschland einmal mehr bestätigt, dass es enorme Unterschiede bei den gesundheitsfördernden Polyphenolen in Äpfeln gibt. Dazu hatte die Hochschule Geisenheim im Auftrag des ZDF auch alte Apfelsorten aus der Streuobstwiese des BUND Lemgo untersucht.

(Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die zwei oder mehr direkt an einen aromatischen Ring gebundene Hydroxygruppen enthalten und zu den sekundären, gesundheitsfördernden Pflanzenstoffen gerechnet werden. In Äpfeln sind sie insbesondere in der Apfelschale und direkt darunter vorhanden.  Einige Polyphenole wirken wie andere Antioxidantien unter anderem entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Eine Studie in den USA hat gezeigt, dass bei regelmäßigem Fruchtsaftkonsum das Alzheimerrisiko erheblich vermindert wird.)

 Leider wissen laut Willi Hennebrüder vom BUND Lemgo viele Bürger gar nicht, dass es große Unterschiede bei den Inhaltsstoffen gibt. Es wird einfach nach Farbe gekauft und süß soll der Apfel möglichst sein. Deshalb war die Kernaussage von Professor Dr. Helmut Dietrich von der Hochschule Geisenheim nach Untersuchung des Polyphenolgehalts von besonderer Bedeutung. Man muss etwa 3 bis 4 Mal soviel Äpfel der Sorten Elstar, Gala oder Pink Lady essen um die gleiche gesundheitsfördernde Wirkung zu erreichen wir bei einem Apfel der Sorte Prinz Albrecht von Preußen oder Finkenwerder Herbstprinz. Gleiches dürfte dann auch für naturtrüben Apfelsaft aus Supermarktäpfeln oder alten Apfelsorten aus der Streuobstwiese gelten. Die Aussage, „An apple a day keeps the doctor away“  hat daher wohl eher Gültigkeit für alte Apfelsorten.
 
Willi Hennebrüder hat einmal ausgerechnet, welche Ausgaben man tätigen muss, um im Vergleich alte Sorten zu Supermarktsorten die gleiche Gesundheitswirkung zu erreichen. Dazu hat er einen Roten Boskoop genommen, dessen Polyphenolgehalt mit dem der Sorte Finkenwerder Herbstprinz gleichzusetzen ist und der als einzige alte Sorte noch im Supermarkt erhältlich ist. Bei der Sorte Gala müsste man 4 bis 5 Äpfel täglich essen und dafür im Jahr 182,50 € mehr bezahlen. Beim Pink Lady reichen aufgrund des höheren Gewichts 1,5 bis 2 Äpfel aus, aber für die Clubsorte mit Markenschutz fallen jährlich Mehrkosten von 244,55 € an. 
 
Zudem sind die Sorten Gala und Pink Lady für Apfelallergiker meist unverträglich, wogegen der Rote Boskoop meist problemlos vertragen wird. Der ZDF-Beitrag hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll Projekte zum Erhalt alter Obstsorten sind. Den Film kann man inzwischen auch bei YouTube ansehen unter der Internetadresse
 
 
Interessenten, die mehr über das Streuobstwiesenprojekt und die dort vorhandenen alten Apfelsorten erfahren möchten, können Infomaterial per Email anfordern unter der Emailadresse kontakt [at] bund-lemgo.de

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