BUND Lippe startet eigenes Projekt zum Thema Glyphosat

Foto: BUND Lippe – Ferdinand Josef Aßmuth von der Leopoldapotheke in Lemgo (rechts) und Willi Hennebrüder vom BUND Lippe bei der Projektvorstellung
Foto: BUND Lippe – Ferdinand Josef Aßmuth von der Leopoldapotheke in Lemgo (rechts) und Willi Hennebrüder vom BUND Lippe bei der Projektvorstellung

Der Wirkstoff Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln (ROUNDUP) ist sehr umstritten. Dies war auch der Grund für den BUND Lippe im vergangenen Jahr den Agrarwissenschaftler und Landwirt Dr. Peter Hamel zu einem Vortrag nach Lippe zu holen. Seine Forderung „Glyphosat muss vom Acker und aus der Nahrungskette.“ In seinem Vortrag stellte er seine eigene Urinuntersuchung vor, bei der zu seiner Überraschung eine Belastung mit Glyphosat festgestellt worden war. Diese Aussage und weitere Studien zu Urinbelastungen haben den BUND Lippe nun veranlasst das Thema erneut aufzugreifen. Dazu befragte der BUND Lippe den Bielefelder Arzt Rolf-Herbert Müller der in den letzten Jahren in seiner Praxis eine Zunahme der Glyphosatbelastung seiner Patienten festgestellt hat. Gefährdet sind nach seiner Aussage insbesondere schwangere Frauen, Säuglinge bzw. Kleinkinder deren Immunsystem sich in den ersten Lebensmonaten noch im Aufbau befindet und kranke und ältere Menschen, deren Immunsystems geschwächt ist. Als Ursache der Belastung spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Da sollte man, so seine Aussage, den Fleischkonsum mit im Auge haben. Die EU importiert jährlich rund 32 Millionen to GEN-Soja aus Nord- und Südamerika bei dessen Anbau in großen Mengen Glyphosat eingesetzt wird und in Deutschland stammen etwa 70 % der Futtermittel in der Tiermast aus Soja (rund 4 Mio to). So gelangt auch auf diesem Weg Glyphosat zum Menschen. Herr Müller rät daher seinen Patienten die Ernährung so weit es geht auf BIO-Produkte umzustellen. Rolf-Herbert Müller:

„Mir ist es völlig unverständlich, wie sehr die breite Diskussion in der Bevölkerung über die toxische Belastung durch Pestizide wie Glyphosat/Tallowamine (chemische Zusammensetzung von Round Up) in der deutschen und europäischen Politik bagatellisiert wird. In meiner ganzheitlich ausgerichteten Allgemeinpraxis stelle ich mittlerweile bei jedem neuen Patienten eine Glyphosatbelastung fest!“

Nun bietet der BUND Lippe in Kooperation mit Apotheken eine Urinuntersuchung auf Glyphosat an. Man möchte den Bürgern die Möglichkeit geben die eigene Belastung festzustellen. Gleichzeitig ist eine anonymisierte Auswertung der Ergebnisse in Bezug auf Alter, Geschlecht, Wohnort und Ernährungsverhalten vorgesehen. Die Glyphosatuntersuchung erfolgt durch das Medizinische Labor aus Bremen (MLHB). Dr. Köster vom MLHB sagt dazu:

„Die Analyse von Glyphosat erfordert ein besonderes Verfahren. Der hohe Qualitätsstandard unseres Labors hat dazu geführt, das wir aktuell für die Schweiz und das Umweltbundesamt eine Menge von Glyphosat-Analysen durchführen.“

Am BUND-Projekt beteiligen sich bisher schon die Leopoldapotheke in Lemgo, die Stiftsapotheke in Dörentrup, die Apotheke an der Post in Detmold. Dort kann man den Antrag auf eine Untersuchung zur Urinprobe stellen und die Probe einreichen. Im Interesse der Kunden berechnen die Apotheken nur ihre Selbstkosten von 65 €. Beim BUND Lippe hofft man, dass sich möglichst viele Bürger am Projekt beteiligen.


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Dies ist ein hierwech Gastbeitrag.
Verfasser dieses Beitrags: Willi Hennebrüder, BUND Lippe


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