Der (leuchtende) Hermann und die Lurche

Tod auf dem Asphalt – erschütternd und mit Anklängen an Edward Munchs „Der Schrei“ zeigt diese überfahrene Erdkröte das ganze Elend ihres sinnlosen Todes. Foto: Jürgen Baumann
Tod auf dem Asphalt – erschütternd und mit Anklängen an Edward Munchs „Der Schrei“ zeigt diese überfahrene Erdkröte das ganze Elend ihres sinnlosen Todes. Foto: Jürgen Baumann

Der BUND Detmold ruft für die alljährliche Amphibienwanderung am Hermann zur Mithilfe auf

Große Besucherströme werden sich demnächst wieder die zwei Straßen zum prächtig in Sze-ne gesetzten Hermannsdenkmal hinaufbewegen, im viertelstündlich fahrenden Pendelbus oder im eigenen Auto, um das alljährliche Groß-Event „Der Hermann leuchtet“ zu besuchen. Die winterliche Ruhe ist damit schlagartig vorbei. Aber auch sonst ist auf den Strecken, etwa durch das neue Wanderkompetenzzentrum, mehr los als bisher. Die Veranstalter kann das sehr freuen, die Attraktivität des Areals rund um den Hermann steigt stetig und mit ihr die Zahl der Besucherinnen und Besucher.

Was die einen sehr freut, bedeutet aber für andere eine tödliche Gefahr: die Amphibien wan-dern wieder genau in diesen und den folgenden Tagen und Wochen zu ihren Laichplätzen. Jahr für Jahr erreichen hier tausende von Ihnen ihr Ziel nicht, weil sie auf dem Weg zum Laichgewässer die Straße überqueren müssen. Genau in ihrer ersten Wanderzeit des Jahres lockt jenes Lichtspektakel tausende von Besuchern an, die die Straßen in ein Schlachtfeld verwandeln. So ist ein Großteil der Strecke der Denkmalstraße in Heiligenkirchen betroffen. In ihrem Bereich leben und wandern nicht nur verschiedene Krötenarten, unter ihnen auch die auf der Roten Liste stehende Geburtshelferkröte, sondern auch viele der als besonders ge-schützt geltenden Feuersalamander, Berg- und Kammmolche. Wie ein Expertengutachten eine Unbedenklichkeit für die Tierwelt durch das Hermann-Event zu dieser Jahreszeit über-haupt feststellen konnte, ist angesichts der hohen alljährlichen Opferzahlen unter den Amphi-bien nur sehr schwer nachvollziehbar. Das soll sich ändern!

Dieser Salamander hat es geschafft! Damit es so bleibt, braucht er Menschen, die sich einen Ruck geben und helfen. Foto: Alexandra Kazmierczak
Dieser Salamander hat es geschafft! Damit es so bleibt, braucht er Menschen, die sich einen Ruck geben und helfen. Foto: Alexandra Kazmierczak

Um hier schnellstmögliche Abhilfe zu schaffen, setzt sich der BUND-Detmold für die Ein-richtung von Amphibienschutzmaßnahmen an der Denkmalstraße ein. In Zusammenarbeit mit der Unteren Landschaftsbehörde und mit dem BUND-Lippe werden aktuell einige hundert Meter Krötenschutzzäune entlang der Denkmalstraße organisiert und in Kürze aufgestellt.

Für deren Betreuung werden noch dringend engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger gesucht, die bereit sind aktiv zu helfen! Einmal täglich müssen die Amphibien über die Straße gebracht werden. Jede Unterstützung, ob täglich oder nur zu bestimmten Zeiten, ist hier dringend notwendig, damit das Gemetzel in der bisherigen Dimension ein Ende hat. Weitere Infos gibt es auf der Homepage des BUND-Detmold, www.bund-detmold.de, oder bei Stephan Culemann unter der Telefonnummer 05232-988812.

Einmal täglich eine gute Tat? Leben retten? Einen Morgenspaziergang machen? Für Bewe-gung sorgen? Nette Menschen treffen? Machen Sie mit und melden Sie sich noch heute beim BUND-Detmold!


Über den Autor Gast Autor
Dies ist ein hierwech Gastbeitrag.
Verfasser dieses Beitrags: Alexandra Kazmierczak, BUND Detmold


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