Geht der Neubau eines Parkhauses an der Hochschule OWL nicht in die falsche Richtung?

Gedanken zum Parkhausbau an der Hochschule OWL in Lemgo

Da soll für 3,8 Mio. € ein Parkhaus für netto 300 Stellplätze für Studenten, Schüler und Beschäftigte der Hochschule und der Berufskollegs aus Steuermitteln gebaut werden und wie es scheint, regt sich so gut wie niemand darüber auf.
Zusätzlich sollen auch die Betriebskosten von jährlich ca. 100000 € vom Steuerzahler bzw. Stadtwerkekunden übernommen werden.

Hierzu ein paar Gedanken, die ich gerne diskutiert haben möchte:

Pro Stellplatz sollen fast 13000 € investiert werden, da habe ich in anderen Städten deutlich günstigere Versionen gefunden

Der Gutachter kommt zu dem Schluss, dass die Plätze nicht unbedingt gebraucht werden. Wieso stimmen die politischen Gremien dann in großer Mehrheit zu?

Der Gutachter möchte den modal split (Verteilung des Verkehrs auf die verschiedenen Verkehrsträger: PKW, Bahn, Bus, Fahrrad, Fußgänger) ändern und sieht auch Chancen dafür. In der Beschlussvorlage für den Kreistag wird lapidar behauptet, der modal split sei nicht zu ändern. Begründung: Fehlanzeige. Kennt jemand Begründungen?

Mit den 3,8 Mio. Investitionskosten und den jährlichen Betriebskosten hätte man für die ersten 10 Jahre fast 5 Mio. € zur Verfügung, um 300 von 1500 Parkplätze auf intelligente Art und Weise überflüssig zu machen. Warum gibt es keine Vorstöße in diese Richtung?

Mit der immer höheren Verbreitung von eBikes erhöht sich die Reichweite für den Radverkehr sehr deutlich. Mit dem zu verplanenden Geld kann man über 2000 Menschen ein eBike schenken, was sicherlich Hunderte von Parkplätzen erübrigen dürfte.

Mit fast 5 Mio. € dürfte es ein leichtes sei, die ÖPNV-Anbindung des Geländes zu optimieren! Auch das spart leicht 300 Stellplätze.

Abschließend stelle ich die Fragen: Warum hat keiner der Entscheidungsträger Visionen? Warum treibt niemand eine Verringerung der PKW-Zahlen voran, wo unsere Städte immer mehr daran ersticken? Warum hat niemand den Mut, eingefahrene Geleise zu verlassen?


Jobst Flörkemeier
Über den Autor Jobst Flörkemeier
Ich bin ein parteipolitisch unabhängiger Mensch, der das Motto "Global denken, lokal handeln" für sehr hilfreich hält. Ich bin der Überzeugung, dass wir nur durch einen Lebensstil, der attraktiv und gleichzeitig zukunftsfähig ist, eine Welt schaffen können, die für alle Menschen lebenswert ist.


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