Nationalpark Senne bietet viele Chancen zur Naturentwicklung

Foto: BUND-Landesvorsitzender Holger Sticht (Bild Mitte) bei seinem Vortrag in der Heerser Mühle
Foto: BUND-Landesvorsitzender Holger Sticht (Bild Mitte) bei seinem Vortrag in der Heerser Mühle

Zur diesjährigen Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Lippe im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland konnte Vorstandsmitglied Harald Kohls aus Bad Salzuflen in der Heerser Mühle auch den Landesvorsitzenden des Bund NRW Holger Sticht begrüßen. Er war extra aus Düsseldorf angereist um die Arbeit des BUND in Lippe zu loben, die nach seiner Aussage weit über die Region OWL hinaus Beachtung und Anerkennung findet. In seinem Vortrag „Nationalpark Senne – Wildnisentwicklung oder Heidepflege“ räumte er gleich mit einer Vielzahl von falschen Behauptungen auf mit denen Gegner eines solchen Konzeptes versuchen den Nationalpark zu verhindern.

Die jetzige Bundeskanzlerin Angela Merkel war es, die 2007 im Rahmen der Biodiversitätsstrategie angekündigt hatte, dass 2 % der Fläche Deutschlands und zusätzlich 5 % der Waldflächen bis 2020 sich nach eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln sollen. Da soll also das Leitbild der europäischen Nationalparke „Natur Natur sein lassen“ umgesetzt werden. Holger Sticht machte klar, dass es zwar eine empfohlene Mindestgröße von 10.000 ha gibt, aber durchaus kleinere Flächen möglich sind und hierbei die Wildnisflächen 75 % betragen sollen. Aber auch hier: „Ausnahmen sind möglich und menschliche Eingriffe sind örtlich gestattet, falls wissenschaftliche Forschungsergebnisse nachweisen, dass Ausnahmen sinnvoll sind, um Biodiversität zu fördern.“

Mit einem Nationalpark Senne würde man dem Ziel der Biodiversitätsstrategie in NRW einen Schritt näher kommen. Was Aussagen zu Betretungsverboten anbelangt machte er am Beispiel des Nationalparks Eifel klar, dass dieser ja im besonderen Maße den Tourismus in der Region gefördert habe. Durch die Besucher fließt viel Geld in die Region Eifel, Arbeitsplätze werden erhalten und neue geschaffen. Die Zustimmung zum Nationalpark Eifel durch Bürger und Politik steigt nach anfänglicher Skepsis von Jahr zu Jahr und dies wäre auch bei einem Nationalpark Senne möglich und wahrscheinlich. Da würde auch kein Privatwald enteignet, private Eigentümer hätten aber die Option, ihren Wald an die öffentliche Hand zu verkaufen.

An Beispielen wie dem Nationalpark Kellerwald mit rund 5.700 ha Fläche, der Döberitzer Heide, dem Oostvaarderplassen in den Niederlanden und weiteren Gebieten mit einem Wildniskonzept zeigte Holger Sticht auf, wie vielfältig sich Natur entwickeln kann und das verschollene Tier- und Pflanzenarten auf einmal wieder auftauchen. Sein Fazit: „Ja zum Nationalpark Senne mit Wildnisentwicklung, Heidepflege und Nachsteuern auf einem geringen Flächenanteil.“ In der Mitgliederversammlung des BUND Lippe war man begeistert von den Bildern und den Ausführungen von Holger Sticht und man würde es sehr begrüßen, wenn der Nationalpark Senne möglichst bald Wirklichkeit würde.


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Dies ist ein hierwech Gastbeitrag.
Verfasser dieses Beitrags: Willi Hennebrüder, BUND Lippe


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